Schneebericht: Sonne und Wolken am Wochenende, Neuschneefront in den Alpen zum Wochenbeginn

26.01.2023
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Einige Tage haben wir diesen Schnee- und Wetterbericht hier nicht mehr upgedated, denn wir waren selbst in den Bergen unterwegs. Ein kleines Redaktionsteam von Schneehoehen besuchte zuletzt die Skigebiete von Arosa-Lenzerheide und St. Moritz. In unserem News-Bereich findet ihr bereits eine ausführliche Reportage unserer zwei Tage in Arosa und der Lenzerheide, schaut doch mal rein. Anfang der kommenden Woche stellen wir euch dann auch noch St. Moritz im Engadin vor, das viel mehr zu bieten hat, als sein Image verspricht.


Noch am vergangenen Wochenende konnten wir also mit eigenen Augen sehen, dass die Schneelage in Graubünden, nun ja, sagen wir mal „dürftig“ ist. Abseits der Pisten brauchte man sich gar nicht bewegen, zum Glück sind die Bergbahnen von Arosa, Lenzerheide und St. Moritz so gut, dass man den Pisten die geringe Schneeauflage nicht anmerkte. Deutlich winterlicher geht es seit den kräftigen Schneefällen der letzten zehn Tage in den meisten Skigebiete Österreichs oder denen der Westalpen zur Sache.


Wir werfen in unserem Schneebericht vom 26. Januar 2023 einen Blick auf die aktuellen Schneehöhen, die letzten Schneefälle und wie es in den kommenden Tagen weitergeht!

Endlich viel Neuschnee und kalte Temperaturen

Die Schneewolken machten also einen Bogen um die Bündner Alpen, beziehungsweise hinterließen dort nur einen Hauch von Neuschnee. Wie wenig Schnee derzeit in der Schweiz liegt, zeigt auch die relative Schneehöhenkarte des WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF: Insbesondere in den tiefen Lagen und in der Ostschweiz ist die Schneedecke deutlich kleiner als im langjährigen Mittel.


Sehr viel mehr Neuschnee fiel in den letzten sieben Tagen im Rest der Alpen: Vor allem in Südösterreich im Bundesland Kärnten brachte Sturmtief Jan seit Montag bis zu anderthalb Meter Neuschnee, nachdem noch vor etwa zwei Wochen so gut wie gar kein Schnee gelegen hatte. Die Schneemengen sorgte sogar dafür, dass Hilfsteams ausrücken mussten, um einsturzgefährdete Dächer von der Last zu befreien. Viele Straßen wurden gesperrt. Auch in den italienischen Alpen kam zum Teil richtig viel Neuschnee zusammen. In weiten Teilen Österreichs wurde am vergangenen Wochenende (Do-Sa) Schneefall von 15-30 Zentimeter gemeldet. Die Lawinengefahr war zum Teil erheblich bis groß, mittlerweile hat sich der Schnee aber etwas gesetzt. Abseits der Pisten ist aber aufgrund der Triebschneeansammlungen und der schlechten Schneedeckenstabilität weiterhin große Vorsicht geboten.


Und wie sieht die Schneelage in Deutschland aus? Durchwachsen könnte man sagen. In den Mittelgebirge liegt mittlerweile immerhin Schnee, das ist die gute Nachricht. Im Sauerland oder der Rhön finden Wintersportler mittlerweile gute Bedingungen zum Ski fahren, auch im Schwarzwald haben einige Skigebiete öffnen können. Im Harz könnt ihr immerhin am Wurmberg und am Matthias-Schmidt-Berg ein paar Schwünge ziehen, im Thüringer Wald sind ebenfalls ein paar Pisten in Oberhof, Schmiedefeld oder Steinach geöffnet. Die Schneehöhen betragen meist zwischen 15-25 Zentimeter. Sehr gute Bedingungen herrschen seit einigen Tagen auch am Alpenrand in den großen Skigebieten von Oberstdorf (insg. 90 offene Pistenkilometer), in Grasgehren, Oberjoch oder den Skigebieten von Garmisch-Partenkirchen.


Die aktuellen Top-Schneehöhen in Deutschland (Stand 26. Januar): Karwendel (120 cm), Zugspitze (115 cm), Bolsterlang (100 cm), Nebelhorn (90 cm), Ofterschwang (80 cm)


Die aktuellen Top-Schneehöhen in Österreich (Stand 26. Januar): Dachstein Gletscher (250 cm), Sölden (192 cm), Petzen (180 cm), Bodental und Koralpe (170 cm), Klippitztörl (160 cm)


Die aktuellen Top-Schneehöhen der Schweiz (Stand 26. Januar): Les Portes du Soleil (290 cm), Saas-Fee (200 cm), Ski St. Bernard (187 cm), Nendaz (180 cm)


Die aktuellen Top-Schneehöhen in Italien (Stand 26. Januar): La Thuile (210 cm), Espace San Bernardo (170 cm), Sulden (160 cm), Fleimstal (150 cm), Klausberg (128 cm)


Die aktuellen Top-Schneehöhen in Frankreich (Stand 26. Januar): Vaujany (350 cm), Avoriaz (295 cm), Montriond (290 cm), Portes du Soleil (290 cm), Montgenèvre (270 cm)

Aktuelle Bilder und Meldungen aus den Skigebieten






Wetterausblick für die Alpen und Mittelgebirge: Kalt und windig, Schneefront zum Montag (Stand: 26. Januar)

In den kommenden Tagen dominiert eine stramme nordöstliche Strömung das Wetter. In den Alpen bleibt so der Westen und Süden wetterbegünstigt, allerdings sorgen auch auch hier nebelartige Wolkenfelder für mäßige Sicht. Im Nordosten der Alpen kann es leichte Niederschläge geben, allerdings ist der Neuschnee kaum nennenswert. Es bleibt kalt auf den Bergen, packt euch also dick ein. Am Sonntag steigt der Luftdruck und es wird der deutlich freundlichere Tag des Wochenendes mit einer guten Chance auf Sonnenstrahlen - bevor am Montag ein Wetterumschwung ansteht. Von Nordwesten kommt ein Niederschlagsgebiet in den Alpenraum und sorgt für kräftige Schneefälle und viel Wind - danach sieht es zumindest aktuell aus. Derzeit kann man zwischen Montag und Mittwoch in der kommenden Woche von 20-50 cm Neuschnee in den höheren Lagen ausgehen.


Auch in den Mittelgebirgen Deutschlands soll am Montag Schnee fallen - vom Sauerland bis in den Bayerischen Wald. 5-15 Zentimeter sind durchaus drin, in den Hochlagen der Mittelgebirge auch etwas mehr! Bis dahin dominieren in den kommenden Tagen dichte Wolken, die Temperaturen bleiben auf den Bergen auch am Tag unter dem Gefrierpunkt.


Mehr Infos zu der Schneeprognose gibt es hier!


Infos zur aktuellen Lawinenlage bekommt ihr hier: https://lawinen.report/bulletin/latest

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