Ein «Weiter wie bisher» ist nicht mehr möglich. Die Sportbahnen Braunwald konzentrieren ihr Angebot und verzichten ab dem Winter 2026/27 auf den klassischen Skibetrieb. Der Entscheid ist Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung. Klimatische Veränderungen und ein verändertes Nachfrageverhalten habe diese notwendig gemacht.
Visit Glarnerland, die Sportbahnen Braunwald AG und weitere zentrale Akteure starten nun gemeinsam einen breit abgestützten Zukunftsprozess für die Destination Braunwald. Ausgangspunkt ist die strategische Neuausrichtung der Sportbahnen, die ihr Angebot den veränderten klimatischen Bedingungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen müssen. Der Kanton Glarus unterstützt den Zukunftsprozess im Rahmen seiner regionalpolitischen und wirtschaftlichen Förderinstrumente.
Die Stakeholder-Interviews zeigen zugleich ein heterogenes Bild: Über die künftige Ausrichtung der Destination Braunwald, gelegen zwischen Luzerner See im Westen und Walensee im Nordosten. Es bestehen unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen der Verantwortlichen, ein gemeinsames Zielbild fehle, so der Tenor in einer ausgesendeten Pressemeldung. Genau deshalb wollen die Akteure nun gemeinsam einen Zukunftsprozess für die gesamte Destination erarbeiten.
«Die Herausforderungen sind zu groß, um sie isoliert zu lösen. Mit dem gemeinsamen Vorgehen schaffen wir die Basis, um Braunwald als Ganzes weiterzuentwickeln», sagt Richard Bolt, Verwaltungsratspräsident Sportbahnen Braunwald AG.
Die Gemeinde Glarus Süd unterstützt das Vorhaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv. In mehreren aufeinander aufbauenden Workshops sollen eine Kern- und Strategiegruppe ein gemeinsam getragenes Zukunftsbild entwickeln und Rollen, Verantwortung sowie Entscheidwege verbindlich klären.
Für die Kerngruppe ist eine breite Abstützung vorgesehen. Eingebunden werden sollen die Gemeinde, die Tourismusorganisation, die Sportbahnen sowie weitere touristische Leistungsträger und relevante Anspruchsgruppen.
Der Kanton Glarus unterstützt den Zukunftsprozess im Rahmen seiner regionalpolitischen und wirtschaftlichen Förderinstrumente. Eine mögliche Unterstützung über die Neue Regionalpolitik (NRP) wird geprüft, ein Instrument von Bund und Kanton zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Bergregionen. Die Erarbeitung der Vision erfolgt in einem partizipativen Prozess und wird voraussichtlich rund sechs Monate in Anspruch nehmen.