Sparen im Skiurlaub: Unsere Tipps für einen günstigen Aufenthalt im Skigebiet

08.02.2022
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Skiurlaub kann eine teure Sache sein. Nicht nur die Anreise, Unterkunft und die Skipässe wollen bezahlt werden, sondern auch die Ausrüstung, Verpflegung am Berg und vieles mehr. Da kommen für Familien schnell einige tausend Euro für eine Woche in den Bergen zusammen. Wenn ihr eher zur Kategorie „Sparfuchs“ zählt, haben wir einige gute Tipps für euch parat, damit ihr mit wenig Geld mehr Skiurlaub genießen könnt.

Anreise in den Skiurlaub: Am besten (günstig) mit dem Zug

Grundsätzlich plädieren wir für einen umweltbewussten Skiurlaub – und die Anreise spielt beim CO2-Fußabdruck eine entscheidende Rolle. Empfehlenswert ist also die Fahrt mit dem Zug ins Skigebiet eurer Wahl.


Zunächst gilt es natürlich, ein Skigebiet zu wählen, dass mit der Bahn gut erreichbar ist. Dann geht es ans Vergleichen der Preise: Sparpreis, Supersparpreis, Bahncard 25, Bahncard 50, früh buchen, spät buchen – die Deutsche Bahn bietet viele Möglichkeiten, seinen persönlichen Bestpreis zu finden. Einige Möglichkeiten hat das Portal utopia.de gut zusammengefasst. Interessant sind neben den Standard-Sparoptionen der Bahn auch Resttickets beim Reiseanbieter Ltur, die teilweise erstaunlich günstig sind, oder auch Zusammenschlüsse mit anderen Reisenden. So findet man zum Beispiel auf der Seite www.bessermitfahren.de Angebote von Reisenden, die noch Personen auf ihren Gruppentickets mitnehmen können – das ist völlig legal. Abstand nehmen sollte man allerdings von Zugticket-Angeboten von Plattformen wie ebay & Co. – denn hier weiß man nie 100%ig, ob es sich wirklich um originale und gültige Tickets handelt.


Übrigens: Wer in Deutschland Ski fahren möchte, der findet bei der Deutschen Bahn auch solche Angebote wie das Garmischer Ski Ticket oder das Oberstdorfer Ski Ticket: Zugfahrt und Skipass sind in einem Ticket vereint.

Immer noch ist es allerdings so, dass die meisten Menschen mit dem Auto in den Skiurlaub fahren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ungebundenheit, viel Stauraum und wenig Gepäckschleppen, meist kommt man direkt bis zur Unterkunft – mit dem Auto in den Skiurlaub zu fahren, ist ziemlich bequem. Wer bei der Fahrt noch den ein oder anderen Euro sparen will, der kann natürlich ein paar Tipps beachten. So ist das Tanken auf einem Rasthof an der Autobahn deutlich teurer als bei Autohöfen oder Tankstellen in naheliegenden Ortschafen. Wer vor dem Start sein Auto volltanken möchte, was natürlich zu empfehlen ist, der sollte dies am besten in den Abendstunden machen: Der ADAC hat untersucht und festgestellt, dass die durchschnittlichen Kraftstoffpreise zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am niedrigsten sind. Da kann man schon mal ein paar Euro sparen!


Je nach Urlaubsort lohnt es sich vielleicht sogar, die Anfahrt so zu planen, dass man Autobahnen umgeht und sich die notwendige Vignette spart. Auch bei den Parkgebühren kann man in manchen Urlaubsorten mächtig zur Kasse gebeten werden, wenn die Unterkunft keinen Parkplatz zur Verfügung stellt. Mit ein wenig Internetrecherche oder einem Anruf beim Gastgeber oder Tourismusverband kann man aber oft den günstigsten Parkplatz vor Ort finden.

Das richtige Skigebiet finden

Sparfüchse können es sich wahrscheinlich schon denken: Bei der Wahl des Skigebiets für seinen Urlaub kann man vieles richtig oder auch verkehrt machen. Das fängt schon bei den Skipasspreisen an. Je größer, moderner, bekannter und luxuriöser das Skigebiet, desto teurer ist meist auch der Skipass. In Zermatt ist man schnell knapp 80 CHF pro Tag los, im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn kostet der Skipass am Tag 60,50 Euro, in slowenischen Cerko hingegen nur 33 Euro. Wenn ihr also auf die großen, bekannten Skigebiete verzichten könnt und auch mit einem Pistenangebot klarkommt, dass weniger als 50 Kilometer umfasst, könnt ihr schon beim Skipass eine Menge Geld sparen. Unser Tipp: Schaut euch doch mal die Skigebiete in Bayern,Slowenien, Polen oder Tschechien etwas genauer an!


Übrigens: In der Nebensaison kann man in vielen Skigebieten günstige Preise abgreifen. Meist betrifft das die Zeit vor den Weihnachtsferien und die letzten ein bis zwei Wochen der Saison, wenn Feriengäste wieder abgereist sind. Aber auch in den Zeiten im Januar, Februar und März, wenn in keinem der europäischen Länder Schulferien sind, bieten viele Skigebiete und Unterkünfte Rabatte an.

Die Unterkunft: Ferienwohnung statt Hotel

Es ist kein großes Geheimnis: Wer seinen Skiurlaub in einer Ferienwohnung verbringt, der kann viel Geld sparen. Ein Hotel bietet zwar viele Vorteile (Zimmer wird gereinigt, Essen muss nicht selbst zubereitet werden, Service, …), aber ist dafür in der Regel deutlich teurer als eine Ferienwohnung. Und die hat noch weitere Vorteile: Zum Beispiel ist man nicht an Essenszeiten gebunden, wohnt nicht Zimmer-an-Zimmer mit anderen Gästen, hat meist mehr Platz und seine Ruhe.


Viel sparen kann man in der Regel auch mit Pauschalreisen und organisierten Reisen. So bieten Dutzende Reiseveranstalter Reisen mit dem Bus in viele Skigebiete an – Unterkunft und Skipass inklusive. Die Veranstalter können mit großen Rabatten hantieren und diese an den Kunden weitergeben, so dass man manchmal schon für weniger als 200 Euro pro Person eine ganze Woche Skiurlaub machen kann. Das schafft man bei eigener Organisation kaum. Reiseanbieter für Pauschalreisen sind zum Beispiel Sunweb, Frosch Sportreisen, Aribba, Höfer, Snowtrex oder EP-Reisen.


Ihr wollt lieber selbst auf Unterkunftssuche gehen? Kein Problem. Am meisten spart ihr, wenn auf größeren Komfort wie eine Sauna oder moderne Ausstattung verzichten könnt. Wer eine kurze Fahrt mit dem Skibus am Morgen in Kauf nimmt, spart ebenfalls viel Geld im Vergleich zu Unterkünften direkt an den Bergbahnen und Pisten. Und ganz ehrlich: Wenn eine Bushaltestelle direkt an eurem Haus ist, kann eine Busfahrt direkt vor die Talstation entspannter sein, als wenn ihr den Weg dorthin mit Skischuhen zu Fuß zurücklegt. Übrigens: Mittlerweile bieten die Haus- oder Hotelbesitzer meist eine Bestpreis-Garantie, wenn man über ihre eigene Website direkt bucht. Denn dann sparen sie sich die hohe Provision, die Anbieter wie booking.com oder HRS bei einer Buchung einheimsen. Also: Recherche gerne bei den großen Plattformen, vor dem Buchen aber am besten mal direkt bei eurer Unterkunft nach einem Preis bei Direktbuchung fragen.


Noch ein Tipp für den Urlaub in einer Ferienwohnung: Verpflegung bereits vorplanen und mitbringen. Grundnahrungsmittel sind vor allem in der Schweiz, aber auch in Italien, deutlich teurer als in Deutschland. Wer also eine Ferienwohnung als Selbstversorger besucht, für den kann es sich lohnen, gewisse Lebensmittel mitzubringen – sollten sie denn gut transportabel sein. Eine Kühltasche mit Butter, Wurst, Käse, Milch & Co. ist schnell gepackt. Zudem muss man nicht gleich sofort in den Einkaufsladen rennen, wenn man die oft lange und beschwerliche Anreise hinter sich gebracht hat.

Auf der Piste: Skitickets, Pause

Auch während des Skitages kann man natürlich Geld sparen, insbesondere beim Kauf der Skitickets und auf der Hütte. Dass man in den Nebensaisonzeiten meist günstigere Skipässe erwerben kann, haben wir oben bereits erwähnt. Zudem fährt mit mit Pauschalen (Unterkunft inkl. Skipass) meist günstiger, als wenn man beides einzeln bucht.


Interessant für Familien sind auch Sparangebote, die viele Skigebiete im Portfolio haben. Da fährt zum Beispiel das Kind kostenlos, wenn beide Eltern einen Skipass kaufen. Oder es gibt spezielle Angebote für Familien mit zwei, drei oder mehr Kindern. Auf jeden Fall lohnt sich hier etwas Recherche, wenn man flexibel beim Skigebiet ist.


Wenn ihr eine Woche in einem Skiort verbringt, solltet ihr möglichst Mehrtageskarten kaufen. Je länger der Skipass gültig, desto günstiger der Tagespreis. Ein Beispiel: In der Saison 21/22 zahlte man in der SkiWelt Wilder Kaiser Brixental 57 Euro für einen Tagesskipass. Einen 6-Tages-Skipass bekam man für 288 Euro, auf den Tag gerechnet also 48 Euro.


Solltet ihr gleich mehrere Skiurlaube oder Trips in die Alpen in einer Saison planen, könnte sich für euch auch ein Ski-Kombi-Ticket für euch lohnen. Egal ob Snowcard Tirol, die TopCard Graubünden, die Superschnee-Karte oder die Super Ski Card - mit diesen Kombikarten kann man ordentlich Geld sparen, wenn man ein Vielskifahrer ist.


Doch wo kann man noch Geld sparen an einem Skitag? Klar, auf der Hütte. Hand aufs Herz: Wer sich auf einer Skihütte ein großes Getränk, ein ordentliches Essen und vielleicht sogar noch einen Kaffee gönnt, der ist schnell mal so viel Geld los, wie er für seinen Skipass bezahlt hat. Unser Tipp: Rucksack mit auf die Piste nehmen, sich morgens eine ordentliche Brotzeit und eine Flasche Wasser/Tee einpacken (beim Skifahren solltet ihr ohnehin regelmäßig und viel trinken!) - so könnt ihr es auf der Hütte bei einer Suppe und einem kleinen Getränk belassen, so dass der Geldbeutel nicht total geschröpft wird.


Ein anderer Tipp: Wenn es das Skigebiet hergibt, fahrt ihr zum Mittagessen einfach runter ins Tal und esst dort in einem, verhältnismäßig günstigeren, Etablissment. Einen preiswerten Döner- oder Pizzaladen gibt es in vielen Urlaubsorten - eine gute Alternative zur Bergrestaurant, wenn man es wirklich darauf anlegt, möglichst viel Geld zu sparen.

Ski-Ausrüstung: Kaufen oder leihen?

Eine Frage, die sich viele Wintersportler heutzutage stellen: Soll ich mir meine Ski-Ausrüstung kaufen oder leihen? Die Antwort: Je nach dem. Für die meisten Ski- und Snowboardsportler dürfte das Leihen langfristig gesehen die günstigere Alternative sein. Zudem hat es einige Vorteile: Man hat immer gut gewartetes Material, keine Transportprobleme (und -kosten), ist flexibel, kann sein Material bei Bedarf umtauschen und und und... Zahlt man für den Kauf eines Paar Skis inkl. Bindung schnell mal 500-700 Euro, kann man schon für deutlich unter 100 Euro in der Woche Skier leihen. Das gekaufte Paar Ski rentiert sich also, wenn man nur die Kosten betrachtet, erst nach mehr als fünf Jahren. Zudem hat man Wachs- und Servicekosten bei eigenen Skiern, die nochmal stark ins Gewicht fallen.


Natürlich kann man aber auch sparen, wenn man Skier oder Snowboard kauft. Das geht bei Neuware vor allem, wenn man nicht die Skier der aktuellen Saison kauft, sondern aus den vergangenen Jahren. Online sind die Preise bei den großen Anbietern (XSPO, Intersport, 3s-ski, sport-bittl, etc...) zudem meist deutlich günstiger als im Laden. Rabatte gibt es aber auch dort, und zwar vor allem ab Mitte des Winters, wenn die Ware abverkauft werden soll. Am teuersten ist der Skikauf meist vor dem Start der Saison, also im November/Dezember. Wenn ihr gebrauchte Skier/Snowboards kaufen möchtet, empfehlen wir nicht den Online-Kauf - denn da hat man hohe Versandkosten, kann sich kein gutes Bild über die Spannung und den Zustand des Materials machen. Besser: Besucht einen Skibasar in eurer Nähe und kauft gebrauchte Ware direkt und zu oft unschlagbar günstigen Preisen!


Auch Skischuhe, Helm, Stöcke und Co. kann man übrigens ausleihen. Fahrt ihr ganz ohne diese Ausrüstung ins Skigebiet, könnt ihr meist sogar dank entsprechender Komplettset-Preise ordentlich sparen!

Spartipp-Exkurs: Arbeiten im Skigebiet?

Vielleicht nicht für jeden eine Option, aber ein toller Spartipp für Studenten oder Ungebundene: Arbeiten im Skigebiet! Egal ob als Teamer, Reiseleiter oder Aushilfe bei einem der unzähligen Reiseanbieter, als Guide oder Skilehrer, als Servicekraft im Hotel oder auf der Berghütte - es gibt unzählige Jobs im Tourismus, die euch ganz nahe an die Berge bringen. Reich wird man mit diesen Jobs nicht, aber gerade in jungen Jahren kann man viel Lebenserfahrung sammeln, hat Kontakt mit vielen Menschen und kann nicht zuletzt jede freie Minute auf der Piste verbringen!


Wir hoffen, dass wir euch ein paar gute Spartipps für euren Skiurlaub vorstellen konnten und wünschen euch viel Spaß bei eurem nächsten, hoffentlich günstigen Skitrip in die Berge!

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