Die Zeit der Wettkämpfe um die begehrten Kristallkugeln zwischen den besten Alpin-Rennfahrern der Welt beginnt erneut - und zwar traditionell mit den Weltcup-Auftraktrennen in Sölden im Oktober. Bereits am 24.10.2026 eröffnen die Damen mit einem Riesenslalom die WM-Saison – wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.
Wie schon im letzten Jahr geht es im Anschluss Mitte November zunächst in Levi (FIN) und dann in Gurgl (AUT) weiter, bevor der Tross für weitere Rennen nach Nordamerika reist.
Ansonsten hält der Weltcup-Kalender in dieser Saison kaum Überraschungen bereit. Erstmals nach sechs Jahren machen die Damen wieder in Gosau in Oberösterreich Station. Das Highlight der Saison: die Alpinen Weltmeisterschaften 2027 in Crans Montana (SUI).
In unserem Ski-Weltcup-Special stellen wir euch den alpinen Ski-Weltcup genauer vor und geben einen Ausblick auf den Ski-Weltcup-Winter 2026/27.
Los geht es mit dem Sportwinter traditionell in Sölden. Zum Auftakt des Ski-Weltcups stehen Riesenslalomrennen für Damen und Herren auf dem Programm. Nach dem Wegfall der mehrere Jahre geplante, aber nicht durchgeführten Speedrennen in Zermatt/Cervinia (derzeit werden Pläne verfolgt, im Winter 2027/28 Rennen am Gornergrat in Zermatt durchzuführen), werden auch 2026 die Damen und die Herren in Levi (FIN) wieder einen Slalom austragen. Im Anschluss zieht der gesamte Tross weiter nach Gurgl, um erneut im Stangenwald zu Werke zu gehen.
Ende November steht dann ein ausgiebiger Abstecher nach Nordamerika auf dem Programm. Die Damen reisen nach Killington, die Herren nach Copper Mountain. Außerdem werden noch Rennen in Beaver Creek und Tremblant (CAN) ausgetragen. Für die Herren steht im Anschluss ein italienischer Dezember mit Rennen unter anderem in Gröden, Alta Badia, Madonna di Campiglio und Bormio an, während die Damen das Jahr mit Rennen in St. Moritz, Courchevel und Gosau beschließen.
Im Januar warten dann zahlreiche Klassiker auf die Racer. Highlights sind die Nachtrennen in Flachau (4./5. Januar 2027) und Schladming (26./27. Januar 2027) sowie die Rennen auf den berühmten Rennstrecken Streif in Kitzbühel (22.-24. Januar 2027) und Lauberhorn in Wengen (15.-17. Januar 2027). In Garmisch-Partenkirchen werden in dieser Saison eine Abfahrt und ein Super-G der Herren (20./21. Februar 2027) sowie zwei Abfahrten der Damen ausgetragen (27./28. Februar 2027). Das Saisonfinale findet vom 18.-25. März 2026 im amerikanischen Sun Valley statt.
Das Highlight der Saison sind aber die Alpinen Weltmeisterschaften in Crans Montana (SUI), die vom 01.-14. Februar 2027 datiert sind.
In der vergangenen Saison konnten Marco Odermatt (SUI) und Mikaela Shiffrin (USA) den Gesamtweltcup in beeindruckender Manier für sich entscheiden. Odermatt schnupperte erneut an der 2000-Punkte-Marke, verpasste sie am Ende mit 1.816 Punkten aber deutlicher als im Jahr zuvor. Am Ende hatte der konkurrenzlose Schweizer fast 700 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Lucas Pinheiro Braaten (BRA). Der Schweizer Allrounder Odermatt, der von den Olympischen Rennen in Italien 2026 überraschend ohne Goldmedaille nach Hause fahren musste, gilt in der Saison 2026/27 wieder als absoluter Top-Favorit auf den Titel. Wer ihn gefährden kann? Am ehesten noch sein aufstrebender Landsmann Franjo van Allmen, Dreifach-Olympiasieger von Cortina/Milano.
Spannender als bei den Herren war in der vergangenen Saison das Rennen um den Gesamtweltcup bei den Damen. Und dabei spielte eine Deutsche eine besondere Rolle: Emma Aicher fuhr eine überragende Weltcup-Saison und landete am Ende nur 102 Punkte hinter Mikaela Shiffrin (USA) auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung. Kommt alles für sie zusammen, könnte sie in diesem Winter erneut um die große Kugel mitfahren. Das gilt aber auch für Federica Brignone (ITA): Die Altmeisterin, Gesamtsiegerin 2025, feierte bei den Olympischen Spielen nach schwerer Verletzung ein unglaubliches Comeback und raste zu Doppel-Gold im Super-G und im Riesenslalom. Kann sie nochmal eine Saison vorne mitfahren? Nicht mehr mit dabei ist Lara Gut-Behrami (SUI), die etwas überraschend im Sommer ihre Karriere beendet hat.
Bei der WM und bei den Olympischen Spielen werden Wettbewerbe in der Team Kombination ausgetragen werden: Ein Abfahrer und ein Slalomläufer einer Nation bilden ein Team und fahren in ihren Paradedisziplinen, am Ende zählt die Gesamtzeit beider Sportler. Im Weltcup wurde dieses Format aber bisher nicht ausgetragen. Debüt feierte die Disziplin bei der WM in Saalbach.
Die Sportler auf den ersten dreißig Plätzen eines Rennens erhalten Weltcuppunkte. Dem Sieger werden 100 Punkte gutgeschrieben, der Zweitplatzierte erhält 80, der Drittplatzierte 60 Punkte. Der 30. Fahrer im Ziel wird noch mit einem Punkt belohnt. Am Ende der Saison erhält der Fahrer bzw. die Fahrerin mit den meisten Punkten die große Kristallkugel als Gewinner oder Gewinnerin des Gesamtweltcups. Darüber hinaus gibt es einzelne Wertungen in den verschiedenen Disziplinen, deren Führende am Ende einer Saison je eine kleine Kristallkugel erhalten.